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Grundlagen Iriskolobom

Der Begriff Kolobom leitet sich vom griechischen Wort „κολοβωμα“ ab, was so viel wie verstümmelt bedeutet. Die Iris (Regenbogenhaut) ist der vorderste Bereich der mittleren Augenhaut (Uvea). Ein Kolobom ist eine angeborene, operativ oder traumatisch entstandene Lücke in verschiedenen Geweben des Auges, in diesem Fall der Iris. Es können aber auch zusätzliche Gewebe betroffen sein. Ein Kolobom kann sowohl ein- oder beidseitig auftreten.

Ursachen

Die Ursache für ein angeborenes Iriskolobom ist ein verzögerter oder fehlender Verschluss der fetalen Becherspalte, der sich normalerweise in der 6. Schwangerschaftswoche vollzieht. Bei einem traumatischen Iriskolobom handelt es sich um ein erworbenes Iriskolobom, das entweder bei einer OP z.B. nach einer Glaukom Operation (meist oben) entstanden ist, oder bei einem Unfall in Form eines Abrisses der Iris verursacht wurde.

Folgen

Die Iris übernimmt die Regulation des Lichteinfalls. Sie steuert das über zwei Muskeln. Wenn die Iris einen Defekt aufweist, kann dies nicht mehr gesteuert werden. Da ein großer Anteil an Streulicht durch die „vergrößerte Pupille“ in das Auge einfällt, hat der Betroffene ein verstärktes Blendungsempfinden, welchem man mit Kantenfiltern entgegenwirken kann.

Ein Abriss der Irisbasis ist häufig an einer entrundeten Pupille zu erkennen. Wenn der Abriss unterhalb der normalen Pupille liegt, wird der Betroffene Doppelbilder sehen, da die „zweite“ Pupille, die durch den Irisabriss entstanden ist, nicht von dem Oberlid abgedeckt wird. Dabei kommt es auf den Schweregrad bzw. die Ausprägung des Koloboms an.

Des Weiteren fällt ein großes Iriskolobom kosmetisch auf. Da man einem Menschen zuerst ins Gesicht schaut, kann man diesen Defekt schlecht verbergen. Dies zieht daher oft eine psychische Belastung infolge der Stigmatisierung mit sich.

Für Iriskolobome können abhängig von ihrer Ausprägung folgende Therapiemöglichkeiten sinnvoll sein:

Um die Symptome wie Blendung und gemindertes Kontrastsehen zu lindern, empfiehlt es sich Kantenfilterbrillen, die gut abgeschlossen sind, zu tragen.

Unter Irislinsen versteht man zusammenfassend handgemalte, gedruckte oder mit einer schwarzen Pupille versehene Kontaktlinsen. Diese dienen sowohl als kosmetische Korrektur, oder/und als Blendschutz. Die Farbe der Kontaktlinse wird der eigenen Augenfarbe angeglichen. Die Kontaktlinse hat eine künstliche Iriszeichnung mit einer Pupillenöffnung, und bildet somit eine neue Blende für das Auge. Die neugewonnene Pupille kann sich jedoch den Lichtverhältnissen nicht anpassen. Bei der Anfertigung wird die kosmetisch und optisch ideale Größe festgelegt. Des Weiteren ist es möglich Irislinsen mit einer schwarzen opaken Pupille zu verwenden. Hier können eventuell vorhandene Doppelbilder vermieden werden. Auch ist es möglich, diese Linsen mit Stärke zu bekommen. Die irisbedruckten Kontaktlinsen stellen eine kostengünstigere Lösung zur irisbemalten Kontaktlinse dar.

Bei einer Operation wird eine künstliche Intraokularlinse mit aufgemalter Iris implantiert. Ähnlich wie bei einer Katarakt-OP muss die natürliche Augenlinse entfernt werden, um anschließend die künstliche, irisbemalte Linse zu implantieren. Als weitere Möglichkeit kann man ein künstliches Irisgewebe aus Silikon anfertigen lassen, passend zum intakten Auge, um dieses einpflanzen zu lassen. Dieser Eingriff zählt allerdings zu einer der schwierigsten Augenoperationen. Nach einer gelungen OP muss man als Betrachter, um den genauen Unterschied zu erkennen, sehr nah hin gehen. Es gibt auch Irisimplantate, die faltbar sind und daher nur einen kleinen Eingriff erfordern. Man kann sowohl eine komplette Iris, als auch nur ein Teilstückeinsetzen lassen, um das fehlende Gewebe zu ersetzen. Das aufgerollte Irisimplantat lässt sich mit einem minimalen Schnitt einsetzen.

 

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OPTIK-AKADEMIE

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