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Brillen aus dem Drucker

Der neue Trend: 3D-Druck-Brillen

 

3D-Drucker und Rapid-Prototyping

Rapid Prototyping bedeutet übersetzt so viel wie „schneller Bau eines Modells“ und ist eine Spezialform des normalen Prototypings, wobei die Herangehensweise aus der Fertigungstechnik stammt. Der Überbegriff bezieht sich auf das Verfahren zur schnellen Herstellung von Anschauungsmaterial ausgehend von Konstruktionsdaten.

Als Grundlage für das Verfahren des 3D-Drucks zur Produktion von dreidimensionalen Prototypen dienen sogenannte CAD-Daten (von engl. Computer-aided-design). In der Rapid-Prototyping-Maschine werden diese Daten, welche computergestützte Entwürfe enthalten, konvertiert. Der 3D-Drucker baut dann ausgehend von einem Querschnitt die Form des gewünschten Produktes unter Nutzung physikalischer und chemischer Effekte schichtweise aus formlosem Material auf.

Herstellung der individuellen 3D-Druck-Brille

In immer mehr Bereichen wird die 3D-Druck-Technik verwendet. Auch bei der Produktion von Brillenfassungen ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. Als erstes benötigt man einige individuelle Daten, um die Brille zu drucken. Die Daten der Kopfform des Brillenträgers erhält man entweder direkt vor Ort oder auf speziellen Webseiten, indem der Kopf mit einer Kamera aufgenommen wird. In nur wenigen Minuten wird ein 3D-Scan von der Kopf-Kontur des Brillenträgers erfasst. Basierend hierauf kann nun die ideal angepasste Fassung gefertigt werden. Zunächst muss man sich noch für eine Fassungsform entscheiden. Hierzu gibt es mehrere Grundmodelle. Weiterhin können verschiedene Fassungsfarben ausgewählt werden. Zudem ist es möglich einen persönlichen Schriftzug im Brillenbügel festzulegen. Die gewählten Angaben der Brillenfassung werden digital für das 3D-Kopfformmodell angepasst. Hierzu werden Breite der Nasenauflage, Bügellänge, sowie Gesamtgröße der Fassung millimetergenau auf die persönliche Kopfform des Brillenträgers abgestimmt. Nachdem die Scandaten inklusive der Fassungsfarbe und Modell an die Maschine übermittelt wurden, kann die individuelle, auf den Brillenträger abgestimmte 3D-Druck-Brille ausgedruckt werden. Perfekter kann keine Brille sitzen.

Material

Als Material für die 3D-Druck-Brillen hat sich Polyamid (PA) bewährt. Polyamid gehört der Gruppe der Thermoplastiken an, die auch das bekannte Nylon enthält. Verwendet wird beim 3D-Druck dieser Kunststoff in feinem Pulver. Bei der Herstellung wird das Polyamid-Pulver schichtweise aufgetragen und mit einem Laser unter erhöhtem Druck verschmolzen. Der Aufbau Schicht für Schicht wird durch die Druckplattform ermöglicht, auf die das Pulver aufgetragen wird und welche sich immer wieder absenkt. Mit Hilfe der präzisen Arbeit des Lasers können feine Details wiedergegeben werden. Nicht verschmolzenes Material wird entfernt und man erhält die fertige Brille.

Polyamid (mit Nylon) hat folgende Vorzüge:

• Die Grundfarbe von Polyamid ist weiß, lässt sich aber einfärben.

• Bei der Herstellung entsteht kein schädlicher Druckerstaub.

• Polyamid enthält keine giftigen Chemikalien und reagiert nicht mit dem Körper.

• Es ist so stark wie Gusseisen.

• Das Material ist leicht flexibel und dünne Bereiche können in gewissem Maße gebogen werden, ohne Schaden zu nehmen.

Vorteile der 3D-Druck-Brille

Ein Vorteil der 3D-Druck-Brillen ist, dass sie ca. 30% leichter und belastbarer als herkömmliche Acetatbrillen sind. Des Weiteren ist die kratzfeste, strukturierte Oberfläche der Brillenfassungen unempfindlich gegen Verschmutzungen. Der Hauptvorteil der 3D-Druck-Brille ist, dass Sie gleich bei der Herstellung individuell an unterschiedlichste Kopfkonturen angepasst werden können. Gerade bei zum Beispiel Brillenträgern mit sehr flachen Nasen, die bis jetzt bei Kunststofffassungen meist eine enge Auswahl hatten, ist dieses Verfahren ideal. Das war bisher nicht in diesem Umfang möglich. Viele Brillenträger nutzen das passgenaue Angebot auch aus dem Grund, dass dieses Produkt Made in Germany, quasi vor Ort hergestellt wurde. Außerdem kann auch die Individualität verwirklicht werden, durch pfiffige Details, wie z.B. einen persönlichen Schriftzug auf dem Bügel. Bestmöglicher Tragekomfort verbunden mit innovativem Design - die 3D-Druck-Brille geht mit dem Zeitgeist und setzt auf eine vielversprechende Technik.

Nachhaltigkeit

Bei der Fassungsherstellung mittels 3D-Drucks wird besonders auf die Nachhaltigkeit geachtet. Da sich das Produktionsverfahren inklusive aller notwendigen Produktionsschritte an einem Standort realisieren lässt, fallen keine langen Transportwege an. Des Weiteren entsteht im Gegensatz zu anderen Herstellungsverfahren bei einem 3D-Druck kein Verschnitt. Die Fassungen werden auftragsbezogen produziert, somit werden Überschussproduktionen vermieden und die Umwelt geschont. Zusammenfassend kann so ressourceneffizient produziert werden.

 

Bereitgestellt von
OPTIK-AKADEMIE

Brillen aus dem Drucker - voll im Trend: 3D-Druck1
Brillen aus dem Drucker - voll im Trend: 3D-Druck2
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